Die 10. Schwangerschaftswoche

Nun bist du in der 10. Woche deiner Schwangerschaft und dein Bauch beginnt nun stetig zu wachsen. Auch dein Baby entwickelt sich immer weiter. Wenn du nach wie vor unter typischen Schwangerschaftsbeschwerden, wie beispielsweise Unterleibsschmerzen, Übelkeit und Rückenschmerzen leidest, denk immer daran: In knapp sechs Monaten wirst du dein Baby in den Armen halten und alle Strapazen der Schwangerschaft sind vergessen!

10 SSW (Schwangerschaftswoche)

Kernthema: Mögliche Komplikationen während des ersten Trimesters Wenn du bisher trotz erwiesener Schwangerschaft keine Anzeichen (mehr) spürst, dann ist das auch völlig normal – du zählst eben einfach zu den glücklichen Schwangeren, die weniger oder kaum Schmerzen während ihrer Schwangerschaft haben.

Zu welcher Art von Schwangeren du auch gehörst – es ist wunderschön, zu erleben, was mit deinem Körper passiert und wie dein ungeborenes Kind in deinem Bauch heranwächst. Diese positiven Ereignisse sind ein idealer Ausgleich zu den Schmerzen, Stimmungsschwankungen und anderen Unannehmlichkeiten deiner Schwangerschaft.

Veränderungen des Körpers ab der 10. SSW

Deinen kleinen Schwangerschaftsbauch kann man dir zwar nun noch nicht auf den ersten Blick ansehen, aber das wird sich sehr bald ändern. Wenn sich deine Gebärmutter beständig weitet, um deinem Baby mehr Platz zu ermöglichen, wächst auch bald dein Bauch und du spürst deshalb eventuell ein Ziehen im Unterleib.

Du wirst vermutlich auch eine mehr oder weniger starke Gewichtszunahme bemerken, was aber völlig normal ist und dir keine Sorgen bereiten sollte. Das Blutvolumen deines Körpers steigt und deine Gefäße weiten sich, um dein Neugeborenes ausreichend mit Sauerstoff, der durch dein Blut transportiert wird, versorgen zu können. Den stärkeren Puls und das erhöhe Blutvolumen spürst du vor allem als Wärmegefühl in deinen Händen und Füßen.

Die Entwicklung des Babys ab der 10. SSW

In der 10. SSW ist dein Baby ungefähr so groß wie eine Zwetschge, d.h. ca. 2,5 cm vom Scheitel bis zum Steiß lang, und es wird ab der 10. SSW nun Fötus, und nicht mehr Embryo, genannt. Das ist zwar noch ziemlich klein, aber alle vitalen Organe sind bereits geformt und die Zehen und Finger beginnen sich langsam zu entwickeln.

Aus dem vorher kaum zu erkennenden Embryo wird nun ein kleiner Mensch, der dir und dem Erzeuger immer ähnlicher sieht. Die Augenlider beginnen sich zu schließen und auch die Gesichtsmerkmale werden immer eindeutiger, außerdem verschwindet der Dottersack als Ernährungs- und Stoffwechselorgan, dessen Aufgaben nun die Leber und die Plazenta übernehmen.

Bei deinem nächsten Arztbesuch erlebst du einen unvergesslichen Moment, denn ab der 10. SSW ist der Herzschlag deines Babys eindeutig zu hören und beim Ultraschall zu sehen. Man kann nun auch in den meisten Fällen deutlich erkennen, ob du möglicherweise Zwillinge bekommst, denn dann hörst du sogar zwei Herzchen schlagen und darfst dich doppelt freuen.

Mögliche Komplikationen während des ersten Trimesters

Die meisten körperlichen Beschwerden in der Schwangerschaft wie leichte Unterleibsschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Begleiterscheinungen wie Gewichtszunahme gehören zum ganz normalen Verlauf einer Schwangerschaft. Allerdings ist es essenziell wichtig, auf deinen Körper zu hören und die Symptome von möglichen Komplikationen zu kennen.

Die häufigsten während des ersten Trimesters auftretenden Probleme, die das Leben von Mutter und Kind bedrohen können, sind das Risiko einer Extrauterinschwangerschaft und einer Fehlgeburt oder wenn man eine sogenannte Risikoschwangerschaft erlebt. Auch wenn in der 10. SSW das Risiko einer Fehlgeburt aufgrund der fortgeschrittenen Größe und Entwicklung des Fötus langsam zurückgeht, besteht es leider immer noch.

Achte aus diesem Grund weiterhin auf verschiedene Symptome und suche im Falle ungewöhnlicher Anzeichen unbedingt einen Frauenarzt auf, um mit ihm alle Auffälligkeiten wie zum Beispiel Blutungen, starkes Stechen und Ziehen im Unterleib abzuklären und Anzeichen einer Fehlgeburt oder Extrauterinschwangerschaft auszuschließen.

Von einer Risikoschwangerschaft spricht man wenn folgende Faktoren vorliegen:

  • ein hohes Alter der werdenden Mutter, d.h. über 35 Jahre,
  • Komplikationen bei vorangegangenen Schwangerschaften,
  • chronische Erkrankungen der Mutter,
  • Mehrlingschwangerschaft,
  • Rhesusunverträglichkeit,
  • Steißlage des Fötus,
  • vorausgegangener Kaiserschnitt bei der letzten Geburt,
  • Stoffwechselerkrankung der Mutter,
  • viele vorausgegangene Geburten der Mutter.

All diese Faktoren gilt es unbedingt mit deinem Frauenarzt bei einem persönlichen, ausführlichen Beratungstermin abzuklären.

Das Risiko einer Fehlgeburt während der 10. SSW

In der 10. SSW können leider verschiedenen Gründe dazu führen, dass dein Körper den Fötus abstößt. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass du deinen Gesundheitszustand von einem Arzt überprüfen lässt, bevor du geplant schwanger wirst.

Sollte deine Schwangerschaft allerdings ungeplant entstanden sein und während der Schwangerschaft Komplikationen, wie Infektionen auftreten, dann kann dein Körper das Baby möglicherweise nicht mehr richtig versorgen und wird es deshalb abstoßen.

Das Risiko, dein ungeborenes Baby verlieren zu können, steigt mit zunehmendem Alter, d.h ab circa 35 Jahren. Aus diesem Grund wird dann der Gesundheitscheck noch viel wichtiger, da somit rechtzeitig auffällige Symptome erkannt werden.

Die meisten Fehlgeburten finden zwar in den ersten 12 Wochen statt, trotzdem ist eine Fehlgeburt bis zur 20. Schwangerschaftswoche möglich. In vielen Gründen gibt es keinen offensichtlichen Grund für die Fehlgeburt. Fehlgeburten entstehen aufgrund diverser Probleme mit den Genen des Kindes, Gebärmutterhals oder Uterus der werdenden Mutter.

Infektionen, wie zum Beispiel mit Chlamydien, können allerdings auch ein Grund sein. Du solltest auf jeden Fall einen Arzt konsultieren, falls es bei dir zu Blutungen oder Fleckenblutungen kommt, du hellroten Vaginalausfluss bemerkst, unter abdominalen Beckenschmerzen oder Krämpfen leidest oder Anzeichen von Schwindel, Benommenheit und Schwäche verspürst.

Auch wenn eine Fehlgeburt eine traumatische Erfahrung ist, sind nachfolgende Schwangerschaften für betroffene Frauen meist unproblematisch. Nichtsdestotrotz fürchten sich viele Frauen davor, ihr Baby in den ersten Schwangerschaftswochen zu verlieren, vor allem wenn es sich um ihre erste Schwangerschaft handelt bzw. sie bereits eine Fehlgeburt erlitten haben.

Allerdings besteht bei einer normal verlaufenden, intakten Schwangerschaft meistens kein Grund zur Besorgnis, wenn man auf die Zeichen seines Körpers hört. Bleib’ also gelassen und entspannt, denn Übervorsicht tut weder dir noch deinem Baby gut. Und sobald man einen Herzschlag bei deinem Baby messen kann, sinkt das Risiko einer Fehlgeburt auf unter 1,5%. Gönne dir viel Ruhe und vermeide unnötigen Stress und Aufregung.

Gehe regelmäßig zum Frauenarzt, da dieser auf dem Ultraschallbild ab der 10. SSW bereits vieles erkennen kann und dich auf etwaige Gefahren für die Gesundheit deines Kindes hinweisen kann. Auch ist es wichtig abzuklären, ob es in deiner Schwangerschaft weitere Risikofaktoren wie genetische Vorbelastungen gibt. Auch die Nährstoffzufuhr ist essentiell für das Fehlgeburtenrisiko.

Ebenfalls die Versorgung deines Babys mit den nötigen Vitaminen und Nährstoffen ist wichtig. Doch gegen all das kannst du mit einer gesunden Portion Vorsicht, einer guten Ernährung und den nötigen Ruhepausen, die dein Körper braucht, vorbeugen. Einzig eine Fehlgeburt aufgrund einer Chromosomenunverträglichkeit ist kaum zu beeinflussen. Dies geschieht einfach ohne beeinflussbare Gründe, beeinträchtigt die Chance, danach wieder schwanger zu werden und ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen, aber nicht.

Am Ende des 1. Trimesters ist das Fehlgeburtsrisiko zwar nur noch sehr gering, trotzdem solltest du deine Schwangerschaft nicht zu locker nehmen und nicht wieder alten Lastern verfallen. Ist dein Körper durch Schadstoffe wie Alkohol, Zigaretten, Krankheiten oder Ähnliches geschwächt, kann das im schlimmsten Falle zu einer Fehlgeburt führen.

Du solltest deswegen besonders auf dein körperliches Wohl und eine gesunde Lebensweise achten und deinem ungeborenen Baby den Schutz bieten, den es auch bis zum Ende der Schwangerschaft dringend benötigt. Nach der 12. Schwangerschaftswoche reduziert sich das Risiko einer Fehlgeburt stark.

Wenn du und dein Baby es bis hierhin geschafft habt, gibt es meistens keinen Grund mehr, sich um dieses Thema große Sorgen zu machen. Dennoch ist es äußerst wichtig, dass du weiterhin sehr darauf achtest, deinen Körper nicht zu viel Stress auszusetzen, ausgewogen zu essen und auf deine Gesundheit zu achten.

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